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|:::narathiwat, thailand, 03.01.04 ::: same-same, but different

nach 2 weiteren gemuetlichen, faulen tagen bei ulli und mam brachen wir am 29.12. also unsere zelte ab um nach hua hin weiterzuzigeunern.

jonathan's stoppergeist lebt weiter, zumindest in seinem rucksack den ab jetzt rosi auf ihren ruecken schnallt. wir haben uns also vors condo gestellt und gewunken. das song thaeu is stehen geblieben, wir auf thai "no money" gesagt, sie haben gemeint "no money???" - yes. dann haben sie uns gratis nach rayong mitgenommen, wollten uns vor der tourist authority of thailand rauswerfen (in der annahme wenn wir kein geld mehr haben dann koennten die uns dort wohl helfen), wir dann aber noch weiter bis zur autobahnauffahrt. dort 10 min. gewunken, nix stehen geblieben, sowieso keine gute stelle zum stoppen. 1 typ auf motorrad is herbeigefahren, gefragt wo wir hinwollen. bangkok. ok, hat noch einen 2. motorradfahrer (ich glaub das war ein motorradtaxi) herbeigewunken, rosi und ich jeweils auf eins hinten rauf - die haben uns dann gratis ein paar meter auf die autobahn gefahren und uns dort dann abgesetzt. dann blieb auch gleich ein lustiges junges paar stehen die uns bis nach bkk gebracht haben und uns auf einer tanke noch 2 pepsi mitgebracht haben. und in bkk haben sie uns bis zum suedweststadtende gebracht obwohl sie dort eigentlich nicht hinwollten. mind. 80 baht und 2 std. umweg. unglaublich. dort ist dann erstmal einer dahergekommen der uns in ein taxi setzten wollte und sich als "tourist police" vorgestellt hat. kaum waren wir den los kamen 2 typen die uns auch irgendwohin karren wollten wo wir nicht hinwollten. und dann blieben zwei stehen (papa mit tochter) und die haben kein wort englisch gesprochen und haben dann einfach irgendwen angerufen, rosi das haendi gegeben und ueber den dolmetsch haben wir dann alles ausgecheckt. auf der ladeflaeche von deren pick up haben wir uns dann bis hua hin runterbewegt, schoene farbe bekommen und noch lustige thai-speise (suesslicher batz, aehnliche konsistenz wie gummibaerli - eingewickelt in palmenblaetter und ueber dem feuer gegrillt) zum mitnehmen von den geilen standln die es mitten(!) auf der autobahn gibt. natuerlich alles gratis. das beste war ein thai-reisebus aus dem uns der beifahrer ein sackerl mit kuerbiskernen runtergereicht hat. bei normaler reisegeschwindigkeit versteht sich. es macht den eindruck als wuerde man in thailand nie autostopper sehen.

in hua hin angekommen schauten wir kurz ins internet wobei der hollaendische besitzer des (internet)cafe's ploetzlich zu rosi kam (die gerade dabei war ein langes email zu tippen) und bat sie ein paar minuten mit dem absenden zu warten da gerade die verbindung abgebrochen war und er nicht moechte dass die seitenlange tipperei fuer die katz war. so was is uns noch nie passiert, normalerweise war halt dann einfach alles weg, pech gehabt oder vorher gespeichert. schoen dass es trotz so vielen touristen in thailand noch so zuvorkommend zugehen kann!

danach brachten wir unsere letzten filme zum entwickeln, suchten uns ein zimmer und fanden tatsaechlich noch etwas leistbares, denn zu neujahr ziehen die preise gewaltig an. in einem winzigen guesthouse (4 zimmer) sagte die mama "how long you stay?" und als wir meinten "2, 3 nights" sagte sie "1 night okay - 2 night not okay" - sie hatte also eine reservierung fuer den naechsten tag. so checkten wir also bei der sehr netten familie ein, stolperten bald ins oesterreicher-restaurant "amadeus" (ein zeichen dafuer wie touristisch diese ecke also ist). nach jeweils einem drink (das man sich gerade halt noch leisten kann) holten wir die entwickelten fotos, schaufelten sie ins internet und hoffen jetzt darauf dass ihr sie auch noch findet, denn sie sind bei etlichen alben, ganz hinten versteckt.

wir gingen bald schlafen da in all den (auslaender)bars rundherum nur sextouristen und jede menge thai-haserl voellig ueberteuerte getraenke konsumieren.

am 30.12. spazierten wir erstmal durch die altstadt, checkten so gegen mittag aus dem zimmer aus und machten uns in der prallen mittagshitze auf den weg zur kitesurfing-school die wir auf stay4free gefunden hatten und wo wir uns erhofften dort evtl. unterschlupf zu finden. allerdings waren dort mittlerweile andere leute taetig die meinten wenn wir am strand schliefen wuerde das niemanden stoeren und zeigten uns auch noch ein gutes platzerl das wir vorher auch schon entdeckt hatten. es handelte sich um zwei terassen die wohl einmal zu einem (mittlerweile niedergerissenen) hotel oder restaurant gehoerten. darunter war es schoen sandig, in der nacht alles finster und ein perfekter platz um unsere haengematten aufzuhaengen. wahrend wir am nachmittag am strand (der hier viel schoener und nicht soooo ueberlaufen ist wie um die altstadt herum) herumsassen kamen 2 hollaendische pensionisten-paare des wegen die pesef's gitarre aus seinem rucksack schauen sahen und fragten "hey, when does the concert start?" - wir plauderten ein wenig mit ihnen und sie schienen von unserer art des reisens begeistert zu sein.

als wir kurz vor einbruch der dunkelheit begannen unser nachtlager aufzuschlagen, waren die leute vom strandcafe/restaurant gerade dabei ihre sachen wegzuraeumen.

die "mama" der familie meinte "you sleep here tonight?"
rosi: "yes, is that okay?"
mama: "you have mosquito net?"
rosi: "no, but mosquito spray"
mama: "okay - see you tomorrow"

am abend hockten wir also mit bier und saft bewaffnet am strand und genossen das meerrauschen als ploetzlich ein dreadlocknorweger aus der dunkelheit auftauchte. normalerweise waere man ja nicht ueberrascht so jemanden zu treffen, aber in dieser gegend, zwischen all den condo's und hotelanlagen sieht man selten backpacker. wir ratschten mit ihm, plauderten ueber gegenden in denen sowohl wir als auch er waren (vor allem in china) und das war ein schoener ausklang des vorletzten tages im alten jahr.

am 31.12. wachten wir relativ frueh auf, blieben noch liegen und genossen so richtig den ausblick und die verschiedenen reaktionen der vorbeispazierenden. von gelaechter ueber daumen-hoch bis zu angewiderten blicken war so ziemlich alles dabei. am spaeten vormittag tauchten unsere "nachbarn" auf, bauten ihr strandcafe auf und erkundigten sich ob wir gut geschlafen und eh nicht voellig von den mosquitos zerstochen wurden. --- klar koennt ihr euer gepaeck in unserer "kueche" (bambus-holzverschlag) lassen, wir schauen schon drauf ---

so spazierten wir also zurueck in die stadt, wo wir silvestereinkaeufe erledigten und ein bisschen herumstreunten. am fruehen abend, zurueck am strand, fragten wir die nachbars-mama wieviel ein reis mit gemuese kostet. sie meinte, wir sollten uns doch einfach selber kochen was wir wollen (das koennt ihr doch, oder?) und wir hatten keine chance ihr auch nur einen mueden baht fuer die lebensmittel zu bezahlen. als rosi gerade beim gemueseschneiden war kam ethan (ein amerikaner in unserem alter der hier lebt) daher und meinte "i eat everything". so kochte rosi also auch fuer ihn noch mit und wie es halt beim reisen so ist, sassen wir bis spaet in die nacht am strand, zischten cola-rum und plauderten angeregt. die strandcafe-familie liess uns noch ihre kuehlbox mit trinkwasser und einen tisch mit 3 sesseln stehen und meinte "thanks for watching our palace". sie erkundigten sich auch noch ob wir duschen moechten, da dies bei ihnen zuhause (nur 3 gehminuten) kein problem waere. aber wir dachten uns dass es wohl kaum auffallen wuerde wenn wir in badekleidung bei einem der hotels die suesswasserdusche oder den pool benutzen wuerden.

wir sahen vor einigen der hotels wurden diese genialen leuchtballons zu den sternen geschickt und wir drei wollten wissen wie die von der naehe aussschauen und funktionieren. also spazierten wir am strand entlang wo ueberall gefeiert wurde, einige hotels hatten sogar eine gastgartendisko. die ballons bestehen einfach aus einem drahtgestell und seidenpapier oder aehnliches material. unten sitzt ein stueck festbrennstoff der von vielen kerzen entzuendet wird und durch die aufsteigende waerme und den wind vom meer dauert es nicht lang bis der ballon hoch in den lueften schwebt. das ist schon um einiges gescheiter als die schweizerkracherschiesserei in der heimat! schoen auch, dass hier das feuerwerk erst wirklich um mitternacht so richtig losging, vorher gab es nur vereinzelt ein paar kleinere raketen. dafuer war es dann zum jahreswechsel so richtig bunt und wir genossen unser einsames plaetzchen in gediegenem abstand zum hilton und den anderen hotels. bald nach dem mitternachtswalzer am strand legten wir uns in die matten und schliefen relativ spaet ein, da rundum immer noch lautstark gefeiert wurde.

am neujahrstag packten wir am fruehen nachmittag unsere sieben sachen, verabschiedeten uns dankend von unseren nachbarn und machten uns auf den weg richtung hauptstrasse. in einem der strassenrestaurant noch schnell mittag gegessen und dann drauf los gewunken. zuerst nahm uns ein militaer-akademie-psychologie-lehrer bis zu einer grossen tankstelle (ca. 20 km) mit und von dort ging es dann mit einer krankenschwester und derem mann weiter. die zwei wohnten in bangkok und waren am weg nach sueden zu ihrem vater der im sterbebett lag. bald stellte sich heraus dass wir bis hat yai (ganz im sueden) mitfahren koennen und hatten eine lange fahrt mit vielen interessanten gespraechen. beim stop zum abendessen verschwand der mann zum zahlen unbemerkt in der kueche. daraufhin folgte dieser dialog:

pesef: "how much was the food?"
fahrerin: "i don't know" (kopfzeichen zu ihrem mann)
pesef (zu ihm): "how much was the food?"
fahrerin: "he don't know"
pesef holt geldtasche raus und will ihnen was geben
fahrerin: "no no no no"
pesef: "come on, please!"
fahrerin: "no! you are my guest here in thailand! (don't worry, it was not expensive)"

da es in thailand von auslaendern nur so wimmelt nahmen wir vor unserer ankunft an dass man hier wohl nur einer von vielen farang (thai-wort fuer weisser) ist. wir sind ja auf den ersten blick auch alle gleich ("same-same" wie die thai sehr gerne sagen). aber wenn man mit den leuten wirklich in kontakt kommt (wie beim stoppen oder der strand-uebernachtung) ist man ploetzlich jemand anderer (different) und wird wirklich wie ein persoenlicher gast behandelt und man lernt thailand ganz anders (und viel authentischer) kennen als wuerde man mit dem vip-bus die lonelyplanet-route abfahren und dort in den empfohlenen hotels absteigen.

ca. um mitternacht kamen wir in hat yai an, wo bereits alles geschlossen war und die strassen von ratten und kakerlaken beherrscht wurden. was macht man in so einem fall? - man geht zum bahnhof, legt sich auf die wartebank und versucht ein paar stunden zu schlafen. das ging dann auch mehr oder minder gut und um 5 in der frueh brachen wir richtung stadtausfahrt auf und am weg dorthin blieb ein pick-up stehen, der fahrer plauderte mit uns, fragte wo wir hinwollten und bot uns an uns zur richtigen autobahnauffahrt zu bringen. er erklaerte uns, dass sein sohn auch viel reist und ihm nahegelegt hatte, anderen reisenden in thailand zu helfen, damit diese welt noch besser wird.

von dort aus kamen wir dann mit 2 rides ziemlich flott und unkompliziert nach pattani, eine ganz schreckliche stadt. im hotel palace zeigte man uns ein zimmer, in dem ueberall laub und dreck herumlag, die bettwaesche voellig dreckig war und die einrichtung ca. 40 jahre alt und voellig kaputt. dafuer wollte man dann noch 200 - 250 baht haben, ca. soviel wie ein sauberes zimmer in bangkok kostet. irgendwie war die gesamte stimmung in der stadt einfach alles andere als angenehm und so beschlossen wir moeglichst schnell weiterzufahren. auf der ausfahrtsstrasse blieben auch relativ viele stehen, allerdings nur um uns zu zeigen wo der bus abfaehrt und uns zu erklaeren dass keiner dort hin faehrt wo wir hin wollen. so nahmen wir letztendlich also den bus, bezahlten fuer 2 std. und 100 km einen halben euro pro kopf und kamen gegen mittag in narithawat an, einen kleinen stadt am meer, kurz vor der grenze zu malaysia. hier fanden wir auch schnell ein zimmer im 1. stock in einem netten guesthouse das im erdgeschoss auch als freudenhaus funktioniert, kennen wir das nicht von irgendwo? kleiner tip: peking

so bekam pesef also sein heiss ersehntes geburtstagsgeschenk, eine kalte dusche! am nachmittag drehten wir eine kleine runde durch die stadt und holten dann ein paar stunden schlaf nach bevor wir am abend mit einem ostdeutschen und einem kiwi gemuetlich pesef's geburtstag feierten, gitarre spielten und bis spaet abends plauderten.

hier im sueden von thailand ist die moslemische minderheit bereits in der mehrheit, die leute sehen (nicht nur durch ihre kleidung bzw. kopftuecher) wieder einmal anders aus und man hoert auch nur mehr selten thai (nicht dass wir viel davon verstehen wuerden, es ist nur der klang der uns mehr oder minder vertraut wurde).
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