|:::vientiane, laos, 09.12.03 ::: nurmehr chaos in laos | am 26.11. wollten wir eigentlich den ersten bus richtung laos nehmen, der um 0700 fahren sollte - wahrscheinlich fuhr er da auch, allerdings ohne uns, denn wir haben verschlafen & schafften es erst kurz vor 9 aus dem bett raus. nach dem fruehstueck begaben wir uns auf den kurz-vor-10-bus um nach sueden zu fahren. nach einer ca. 5-stuendigen fahrt (natuerlich mit mittagspause) kamen wir in mengla an, wo wir uns nach dem essen in einem der kleinen "restaurants" in einen minivan setzten um 2 std spaeter in der grenzstadt mohan anzukommen. dort fanden wir rasch ein zimmer, das ca 100 meter von der grenze entfernt war.
am folgenden tag standen wir um 0730 auf, alles war mit nebel bedeckt. als wir nach dem fruehstueck wieder zum hotel schlenderten um die gepackten rucksaecke zu holen, strahlte der himmel bereits blau, die sonne schien & ein weiterer herrlicher tag konnte also beginnen. so marschierten wir also die paar meter ans ende des staedtchens, wo das letzte gebaeude offensichtlich die grenzbude sein musste, denn ein rotel (rollendes hotel)-bus war gerade vorgefahren, um einige deutsche & ein paar schweizer pensionisten "auszuladen". nach dem gesundheits-check (kreuzerltest a la "haben sie dieses oder jenes SARS-sympthom"?) & der fieber-pistole auf der stirn, durften wir weiter ins china-check-out-buero, wo wir unseren ausreisestempel in den pass bekamen. dann stiegen wir auf ein tuk-tuk, das uns fuer 2 yuan die 2-3 km durchs niemandsland brachte. nachdem wir uns bei der grenzhuette der laoten den einreisestempel geholt hatten, mussten wir noch zum richtigen check-point. ueber ein paar stufen rauf, wo einer der uniformierten seinen hocker unter dem strohdach verliess, um unsere paesse zu kontrollieren; nach der wackligen strohhuette wieder ein paar stufen runter & so waren wir also in laos. im bank-kiosk (oder wie man das nennen sollte) wechselten wir noch schnell unsere letzten yuan, 40 an der zahl, in kip um & bald fanden wir die bushaltestelle, wo erich & eveline, ein hollaendisches paar, das wir 2 tage zuvor in jinghong getroffen hatten, auf der bank sassen & auf den bus warteten.
nach kurzem warten wies man uns auf einen kleinen lkw & so traten wir nach einigen weiteren minuten die reise nach luang nam tha an. durch herrliche dschungel-landschaft mit unmengen palmen etc ging's gelegentlich durch kleine doerfer ueber groesstenteils unbefestigte staubstrassen ein stueck ins landesinnere. am fruehen nachmittag in luang nam tha angekommen, gesellte sich eveline zu unser aller gepaeck waehrend wir uns gemeinsam mit eric ein paar guesthaeuser anschauten. wir entschieden uns fuer ein etwas abseits von der "hauptstrasse" gelegenes um 25000/zimmer mit mosquitonetz & nach einer kurzen rast gingen wir zur bank um etwas geld zu wechseln & anschliessend mit den beiden hollaendern supergut essen (scharfes huhn mit coconut...). danach spazierten wir noch etwas durch das dorf, probierten das erste beer lao & fanta mit kaugummigeschmack (das von aussen wie zitrone ausschaut), genossen die ruhe & die schoene natur rundherum & dann den sonnenuntergang auf der terrasse des guesthauses.
am naechsten morgen fanden wir vor unserem guesthaus einen mobilen bosnastand, der uns 2 hervorragende laotische bosnas hinandrehte. nach einem richtigen fruehstueck mit coffee lao borgten wir uns 2 lustige fahrraeder (mir weichen satteln) aus, um die gegend zu erkunden. ueber staubige rumpelpisten ging es durch kleine doerfer, in denen sich meist kein einziges gemauertes haus befand. meist stehen die haeuser auf pfaehlen (wie auf der skizze von unserem bungalow ersichtlich), meist so um die 2 meter ueber dem boden. die gesamten haeuser sind aus holz errichtet, viel bambus & mit stroh ueberdacht. unter dem haus entsteht somit weiterer lebensraum, noch dazu schattiger welcher. dieser raum wird oft genutzt um dort alles moegliche zu lagern (holz, fahrraeder,...) & natuerlich schwirrt dort diverses (klein)vieh herum (hunde, schweine, huehner, katzen auch).
am nachmittag radelten wir in den alten teil von luang nam tha, der 7 km suedlich von der neuen "stadt" liegt. dort war zwar leider der tempel abgesperrt und der obermoench gerade dabei sich ins nirvana zu meditieren, aber ein junger "moenchslehrling" plauderte froehlich mit uns und probierte seine englischkenntnisse. danach fuhren wir zum flugplatz und der war absolut scharf. ein paar hundert meter beton und eine "waiting lounge", spricht eine alte betonbude in der eine riesige waage rumsteht. unglaublich.
nach dem spaeten mittagessen drehten wir noch 3 runden durch die stadt, kauften sandalen und nach diesem tag genossen wir die wohlverdiente dusche. leider funktioniert in laos die warmwasseraufbereitung mit winzigen elektroboilern die schlichtweg zu klein sind um wasser wirklich zu erhitzen, d.h. warmwasser ist meist nur lauwarm, was aber bei diesen temperaturen voellig ausreicht.
am 29.11. gings frueh los, um halb 8 waren wir bereits beim busbahnfhof, kauften unsere tickets fuer den bus nach udomxay, tranken schnell einen kaffee und dann konnte es losgehen. am bus lernten wir felix und ana, ein lustiges paar aus spanien kennen und in udomxay angekommen machten sich felix und pesef auf dem weg zum geldwechseln was wochenendbedingt nicht so einfach war. nach einem mittagsmahl verkaufte man uns vip-bustickets und wurden auf einen lastwagen gewiesen. okay, laos-vip. der lastwagen war bis zum rand voll mit guetern aller art, auch auf dem dach. dort band man sogar noch ein fahrrad rauf. anfangs war die fahrt wirklich schoen, wir brausten auf einer frisch geteerten strasse dahin, durch wunderschoene landschaft die mit kleinen doerfern durchsetzt war. nach einer baustelle war schluss mit der ausbaustrecke und es wurde unglaublich staubig. als wir um ca. 1900 uhr in muang khiaw ankamen sahen wir aus als haette man uns fuer 3 monate in einen staubsagerbeutel gesteckt.
wir bezogen ein doppelzimmer mit kaltwasserdusche und mosquito-netz, gingen mit den spaniern essen und schliefen bald ein nachdem um 2200 uhr der generator abgedreht wurde und im ganzen dorf das licht erlosch.
am naechsten tag standen wir um 7 auf, tranken einen kaffee und dann stiegen wir in einer sogenanntes "slow boat", das ist ein langboot (ca. 1 m breit und 8 m lang) mit motor und strohdach. man sitzt ungefaehr auf hoehe des wassers und faehrt auf einem kleinen, teilweise ruhigen, teilweise reissenden fluss durch den dschungel. diese landschaft ist wie geschaffen fuer guerilla-kaempfe, man kommt sich echt vor wie in einem schlechten schwarzenegger-film. bei winzigen doerfern wurde immer wieder "angelegt", von irgendwo aus der pampa tauchten leute auf und fuhren mit oder luden waren (oder auch lebendvieh) ein. ausserdem gab es so ca. alle 1/2 std. einen stop weil der motor aussetzte und repariert werden musste. in muang ngoi angekommen gingen wir erstmal mittagessen und mieteten uns dann einen bungalow fuer 15.000 kip pro nacht, das sind ca. 1 euro 20. auf der terasse der strohhuette spannten wir unsere (in kunming erstandene) haengematte auf, pesef spielte gitarre und wir machten einfach urlaub vom reisen.
der naechste tag war auch ein fauler welcher, abgesehen von der grosswaesche die rosi am vormittag ueber die buehne gehen liess. so gegen mittag hoerten wir ein "was machst du?" und auf der brueckte erblickten wir brennan, einen sympathischen amerikaner den wir ca. 2 wochen zuvor in dali kennengelernt hatten. eigentlich wollte er ja nach bruma, aber nachdem er auf der grenze zurueckgewiesen wurde und uebers internet einen job bei einem minen-such-hilfsprojekt in laos (und noch dazu in muang ngoi) fand fuhr er auch hierher.
am 2.12. war nationalfeiertag in laos aber davon war sehr wenig zu spueren - ein paar bewohner betranken sich und ueberall haengen laos-flaggen und fahnen mit hammer und sichel herum, aber vielleicht war das auch vorher schon, denn die fahnen haengen bis heute fast ueberall. wir wechselten schwarz 100 us-dollars in kip und bekamen 1.035.000 - in scheinen zu 5.000 kip, das heisst wir hatten einen schoenen packen geld. am abend trafen wir noch brennan und der wurde ploetzlich ganz weiss und verlor das bewusstsein - wir schleppten ihn seinem "chef" und am weg musste er sich 2x deftig uebergeben und danach ging es wieder. seltsamer vorfall.
am darauffolgenden tag entschlossen wir uns sehr, sehr spontan weiterzufahren, packten in 5 minuten unser hab und gut, sprangen auf einen lastwagen und fuhren nach luang prabang. dort checkten wir in einem gemuetlichen guesthouse ein wo im hof nicht nur palmen wuchsen sondern auch ein kleines aeffchen herumsprang. am abendlichen markt trafen wir auch die spanier wieder, gingen mit ihnen ein bier trinken und plauderten gesellig.
am 4.12. hatten wir unseren besten laos kaffee, diesmal in einem strassencafe am ufer des mekong. wir besuchten ein paar tempel, kauften beim roten kreuz wasser und nuetzten die halbwegs erschwingliche internetanbindung.
am tag drauf kauften wir uns eine waescheleine (da wir unsere bisherige bei unserem spontan-aufbruch in muang ngoi vergessen hatten), gingen dreimal durch den markt und nach einer siesta stiegen wir auf einen "kalvarienberg" inmitten der stadt. kurz vor dem "gipfel" kasierten junge moenche 8.000 kip pro person. das war uns ein wenig zu viel und so setzten wir uns hin und schrieben postkarten. einer der moenche hatte eine gitarre bei sich und fragte pesef ob er spielen konnte. so zupfte ihnen pesef ein bissl was vor und sie meinten wir koennten auch ohne geld raufgehen um den sonnenuntergang zu geniessen, was auch viele andere touristen machten. der ausblick war trotzdem atemberaubend!
am 6.12. fuhren wir in der frueh mit einem tuk-tuk zum busbahnhof, fanden heraus dass der erste vip-bus bereits voll war, kauften uns tickets fuer den 10-uhr-bus, gingen fruehstuecken und warteten auf die abfahrt. da es zw. luang prabang und vang vieng immer wieder zu rebellen-ueberfaellen auf oeffentl. busse kommt wollten wir die 5.000 kip mehr zahlen um diese strecke in einem vip-bus hinter uns zu bringen. pesef hatte in der nacht magenkraempfe bekommen und es ging ihm nicht all zu gut, aber am naechsten tag war gsd wieder alles in ordnung.
kurz nach luang prabang stiegen in einem kleinen ort einige laoten in den bus ein, unter ihnen ein junger bursch mit seiner kalaschnikov, der sich in der bank neben uns niederliess und friedlich schlummerte wie old shatterhand neben seinem baerentoeter. auf der fahrt ueber kurvige gebirgsstrassen mussten sich fast alle laoten uebergeben, aber das waren wir auch china ja bereits gewoehnt.
in vang vieng fanden wir ein billiges und schoenes doppelzimmer in einem kleinen guesthouse, das von einem wirklich sympathischen jungen paar betrieben wurde.
tags darauf borgten wir uns fahrraeder aus, radelten lustig durch die wunderschoene gegend und genossen es dass man hier sogar auf hauptverkehrsadern nebeneinander fahren kann weil nur alle paar minuten ein auto des weges kommt. die mittagshitze ueberstanden wir in einem kleinen restaurant am fluss wo wir ein sandwich verspeisten und unsere siesta hielten wir auf einer ueberdachten strohmatte. am nachmittag zogen wir noch ein paar runden ueber das flugfeld (mit unseren raedern), das gleichzeitig als busbahnhof und uebungsgelaende fuer moped/auto/motorrad- oder sonstige fahranfaenger dient. oft sieht man hier etliche kinder auf einem moped fahren die alle zusammen keine 10 jahre alt sind!
am 8.12. fuhren wir mit dem bus nach vientiane, der hauptstadt von laos, die aber eigentlich auch nur ein grosses dorf ist. in der ersten std. schafften wir 40 km und dann musste 1/2 std. lang am motor gebastelt werden bis wir weiterfahren konnten. in dem bus waren mind. 60 leute, er war wirklich absolut bummsknallevoll und ein junger bursch musste fast in jedem dorf aufs dach klettern um sachen auf- oder abzuladen. nach 5 std. kamen wir in vientiane an, gingen essen und entschlossen uns 2 naechte in einem schlafsaal mit 18 (!) betten zu verbringen. | | kein Kommentar |
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