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|:::vladivostok, russland, 23.05.05 ::: back in the...

am montag gingen wir am vormittag noch ein wenig durch peking und als wir gegen mittag zurueckkamen in die jugendherberge fanden wir dort die rucksaecke von juerg und sibylle vor, unseren schweizer freunden. ebenso auch eine postkarte auf der sie erklaerten wieso wir sie leider nicht zu gesicht bekamen (sie beantragten am schnellsten wege ein visum fuer die mongolei) und so hatten wir uns leider nur ganz knapp verfehlt. wie dem auch sei, wir schulterten unser gepaeck, fuhren mit der ubahn zum bahnhof und nahmen den nachtzug nach harbin, wo wir am naechsten tag zeitig in der frueh ankamen.

der versuch, fuer den gleichen abend einen zug zur grenze bzw bis vladivostok zu bekommen, schlug fehl und so kauften wir die tickets fuer den nachtzug am naechsten tag zur grenze.
da wir harbin ueberhaupt nicht kannten und auch nicht recht wussten wohin hockten wir uns erst einmal ins internetcafe am bahnhof, fanden eine wegbeschreibung zu einer jugendherberge und nahmen den bus dorthin. es war zwar ein teil davon noch baustelle, da das gesamte hostel sehr neu ist und entsprechend selten scheint man dort auslaender zu beherbergen. wir wurden mit einer echten gastfreundschaft empfangen und ausnahmsweise durften diesmal maennlein und weiblein im gleichen zimmer naechtigen.

in harbin war's ganz schoen frisch und wir ueberlegten schon fast uns eine jacke zu kaufen. aber was wir so gar nicht recht verstanden war dass es ueberall eis zu kaufen gab und auch jeder mit einem herumrannte. und die existenz von biergaerten. gerade im sueden von china waere dies so angebracht, wo es doch relativ warm ist, aber nur in der kaeltesten stadt die wir in china je besucht hatten gibt es biergaerten und eis... eigenartig

die stadt selbst gefiel uns aeusserst gut, war sie wohl auch die unchinesischste stadt china's, sowohl was die architektur als auch die leute anging. es war ungewoehnlich viel platz, die leute klebten nicht so aufeinander und es gab eine breite, schoene fussgaengerzone mit gebaeuden die nicht nur funktional waren sondern auch fuers auge was hergaben. vor der kirche und auch vor einem wirtshaus fand jeweils eine tanzeinlage zu schrecklicher chinesischer pop-musik statt und wir wohnten natuerlich begeistert bei. weiters gibt es eine feine esplanade und auch wenn der fluss derzeit wenig wasser fuehrt so ist es trotzdem ein netter platz um den leuten beim drachensteigen zuzuschauen.

am mittwoch wechselten wir den grossteil unseres chinesischen bargeldbestandes in us-dollars, schauten jungen chinesen beim versuch des skateboardens zu und gingen wie alle anderen auch eisessen und biertrinken. am spaeten nachmittag kehrten wir zur jugendherberge zurueck um unsere rucksaecke abzuholen und da gab's auch gleich noch ein foto-shooting (jeder dort absteigende auslaender wird fotografiert weil es scheinbar so selten passiert dass wer vorbeikommt) und nach einem guten letzten chinesischen abendessen stiegen wir in den zug zur grenzstadt suifenhe.

da es in china nur eine einzige zeitzone gibt und wir uns doch bereits sehr weit im osten aufhielten war es hier bereits um 4 uhr in der frueh hell und ein chinese im gleichen abteil schaffte es wirklich den rekord im laut-schnarchen aufzustellen und so war dies nicht der allerbeste schlaf den wir in einem zug jemals fanden. so gegen halb 7 in der frueh kamen wir also in suifenhe an, versuchten mit dem zug weiterzufahren, doch alles war geschlossen und auch busse die direkt vorm bahnhof warteten schienen nicht weiter richtung grenze zu fahren. so sprangen wir in ein taxi zum bus-bahnhof wo wir mit hilfe eines freundlichen russen herausbekamen dass wir erst um 9 uhr ein ticket nach ussurjisk (halbe strecke nach vladivostok, aber bereits in russland) kaufen koennten. so warteten wir also geduldig und staunten ueber die vielen russen die in dieser stadt auf einkaufstour waren, aehnlich den oesterreichern die nach ungarn oder tschechien fahren. ueberall auf der strasse wurde man von chinesen auf russisch angeredet und keiner wollte einem glauben dass man kein russisch spricht. die russen selbst waren allesamt fleissig am biertrinken, egal welches alter oder geschlecht. ein aelterer herr fiel am busbahnhof auch gleich einmal um, weil er wohl ein biertschi zuviel gezwitschkert hatte, wurde aber von seinen freunden dann zum bus getragen.

beim gepaeck-einchecken fuer den autobus ging es drunter und drueber und wir waren naiv genug um wirklich zu glauben dass der chinese uns nur helfen will als er unser gepaeck auf die waage stellte wo sich die leute wie verrueckt draengten. als er unsere rucksaecke dann in den bus geschmissen hatte wollte er ploetzlich geld und nach langem hin und her haendigten wir ihm unsere letzten 2,4 yuan aus und selbst das war ihm nicht genug. leider war dies nicht unbedingt der schoenste letzte eindruck von china, einem land das uns eigentlich doch sehr ans herz gewachsen ist.

die ausreise ging relativ problemlos von statten, rosi's pass wurde wieder tausendmal angeschaut und ueberprueft, aber letztendlich auch gestempelt. die einreise ins russland war ebenso einfach und schnell, es wurden erst ganz zum schluss ein paar einfache fragen gestellt und das war's auch schon. das wohl schraegste an diesem grenzuebertritt waren die drei stunden zeitunterschied die wir auf einen sprung machten was bei ueberlandreisen doch sehr ungewoehnlich ist.
weiter ging's mit dem bus nach ussurijsk und dort fanden wir heraus dass der gleiche bus auch gleich weiterfaehrt nach vladivostok, wir allerdings in suifenhe nur ein ticket bis ussurijsk kaufen konnten (keiner weiss wieso). wie die meisten autos in vladivostok so war auch dieser bus aus japan und deswegen das lenkrad auf der rechten seite was im rechtsverkehr nicht wirklich hilfreich ist, aber es scheinen sich alle an diese tatsache gewoehnt zu haben.

da wir keine rubel hatten (konnte man in harbin nicht wechseln) wendeten wir uns an den zweiten busfahrer und der zeigte sich sehr verstaendlich und nahm auch dollars, noch dazu zu einem fuer uns viel zu guten kurs. die sonne warf ein unglaublich kitschiges licht auf das uns willkommen heissende russland und ging erst um kurz vor halb 1o unter und noch dazu versank sie in gluehendem orange im meer, purer kitsch. wenig spaeter kamen wir in vladivostok an und der busfahrer war so hilfsbereit dass wir von seinem mobiltelefon aus unseren kontakt vor ort anrufen durften. wir hatten die telefonnummer von vasily und sveta, einem jungen paar das hier lebt von unserer freundin irina (die wir letztes jahr in ulan ude kennengelernt hatten) bekommen und vasily erklaerte uns mit welchen bussen wir in den richtigen stadtteil kommen wuerden um sie zu treffen. alles klar wunderbar, wir wechselten gerade noch genug kleingeld mit dem busfahrer um die innerstaedtischen busse nehmen zu koennen und beim umsteigen war uns eine junge studentin sehr behilflich und ueberraschte uns mit sehr guten englischkenntnissen. wir hatten die stadt auf anhieb extrem gern und als wir vasily und sveta kennenlernen durften waren wir uebergluecklich, hatte sich an diesem tag doch sehr viel absolut genial ergeben.

mit den beiden gingen wir zur wohnung von vasily's eltern (alexander und tatiana), in einem wohnblock in dem das licht im stiegenhaus natuerlich nicht ging, doch dafuer die gastfreundschaft bei seinen eltern unglaublich - gleich gab's tee und brot und kaese (sooo gut nach einigen monaten in asien) und da sowohl vasily als auch sveta am gleichen tag das letzte examen ihres geschichte-studiums geschafft hatten stellte vater alexander auch gleich eine flasche sekt auf den tisch. wir plauderten gemuetlich in die nacht hinein, schliefen auf der ausziehcouch und am tag darauf ging es mit sack und pack ins zentrum von vladivostok wo vasily und sveta eine kleine wohnung in einem alten holzhaus haben. dort wurden wir einquartiert und natuerlich ging's auch gleich auf eine (ausgedehnte) stadtfuehrung. am nachmittag trafen wir einige ihrer freunde in der lokalen fussgaengerzone wo alle biertrinkend herumsitzen und ratschen. wir spazierten auf einen huegel (davon gibt's in vladivostok sehr viele) und genossen die aussicht und den strahlenden sonnenschein. an diesem abend spielten vasily, sveta und mischa (ein freund von den zweien) mit ihrer band "northwind" auf, dafuer wurde vorher noch geprobt und zusammen abendgegessen.

am samstag schliefen wir alle aus und gegen mittag packten wir einen rucksack, gingen zum hafen und fuhren mit dem boot auf die insel popov, ca. 2 stunden entfernt. mit von der partie waren natuerlich vasily und sveta, ebenso mischa, galina und natascha. waehrend der fahrt folgten viele moeven unserem boot und jeder warf ihnen brot zu, manche voegel fingen es sogar in der luft und unterhielten somit die passagiere. auf popov angekommen ging es auf einem gatschweg (forststrasse) bei leichtem regen zu einer kleinen bucht. als wir dort ankamen hoerte es gottseidank zu regnen auf und wir bauten zelte auf, sammelten feuerholz und erkundeten die gegend. auf dem feuer wurde gekocht, hendl gegrillt und gluehwein zubereitet. bald wurden auch gitarre und trommeln ausgepackt und so wurde bis spaet in die nacht hinein musiziert, geplaudert, englisch und russisch durcheinander gesprochen und gelacht.

am sonntag ging's so gegen mittag los, fruehstueck bestehend aus nescafe und erdaepfelpuerre bevor wir die sieben sachen wieder einpackten und zum boot zurueckwanderten. die fahrt retour war super, das wetter genial und wir kamen bei blauem himmel und sonnenschein in vladivostok an wo wir uns gleich einmal ein eis kauften. am abend kochten wir fuer sveta und vasily auf und da sich sveta vegetarisch ernaehrt entschieden wir uns fuer kasnockn welche auch ganz gut wurden und spaeter erzaehlten uns die beiden von ihren reisen nach europa.

heute ist die stadt leider in nebelwolken getaucht und es nieselt mehr oder minder permanent. am vormittag versuchten wir unser visum zu registrieren (was man in russland halt so machen muss) doch auf dem zustaendigen amt wurde uns mitgeteilt dass das an montagen leider nicht machbar ist, jetzt werden wir das morgen nochmal versuchen. bei einem spaziergang durch die stadt am nachmittag trafen wir zufaellig mischa wieder und der ging mit uns zu loscha, einem russen in unserem alter der schon sehr, sehr viel in der weltgeschichte herumgekommen ist (per autostop nach tibet, quer durch europa, 26.000 autostop-kilometer in russland alleine) und derzeit ein boot baut. wir trafen ihn in einer alten seefahrer-ausbildungsstaette wo er am arbeiten war und uns gleich eine lustige geschichte von seinem kurzen aufenthalt in wien erzaehlte wo er sich in der wiener ubahn zwei skinheads gegenuebersah und ihnen gehoerig zeigte wo der bartl den most her hat.
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