|:::dunedin, neuseeland, 30.12.04 ::: weihnachten ganz wo anders | fast zwei ganze wochen sind also bereits vergangen seitdem wir das letzte mal hier berichtet haben. so machten wir uns also am samstag vor 1 1/2 wochen auf den weg und fuhren von gore aus richtung westen. das wetter war anfangs miserabel, wurde aber langsam besser und als wir in te anau ankamen hatte es wenigstens aufgehoert zu regnen. wir erkundigten uns kurz im info-center, machten einen express-einkauf (< 2 minuten) und dann fuhren wir gemaechlich weiter um auf einem kleinen DoC-campingplatz zu uebernachten. dieser welcher befand sich an einem schoenen, kleinen see (lake gunn) und darin wiederrum waren unmengen aale von den pesef fast einen erwischte, aber nur fast.
am sonntag hiess es also frueh aufstehen und weiterfahren nach milford sound - auf dem weg dorthin muss man durch einen tunnel der ein bisserl ueber einen kilometer lang ist und ueberall warnte man uns davor. wir dachten uns nicht sehr viel doch als wir in den tunnel fuhren schauten wir schoen bloed, war es dort naemlich stockfinster und ging es wirklich ordentlich steil bergab. naja, unser bus hat ja ein paar lichter und auch bremsen, so machten das gar nix aus. bei der rueckfahrt schauten wir erst recht, war der tunnel dann naemlich beleuchtet - wir waren also zu frueh dran und es hatte noch keiner das licht aufgedreht...
wie dem auch sei, wir kamen also sehr frueh in milford sound an, kauften uns schnell tickets fuer das boot und fruehstueckten noch geschwind bevor es auch schon losging. mit einem relativ kleinen boot und nur ca. 20-25 leuten an bord fuhren wir raus ins fiordland, eine unglaubliche landschaft. berge schiessen aus dem meer heraus steil hinauf und wasserfaelle kommen ebenso steil herunter und ganz oben liegt der schnee. wirklich sehr eindruecklich, besonders als dann noch delphine auftauchten und so mancher regenbogen ins bild rueckte. das wetter spielte natuerlich auch mit und so herrschte hier strahlender sonnenschein und wolkenloser himmel waehrend es im rest des landes regnete wie nur was. nach zwei stunden auf dem wasser kamen wir also wieder zurueck nach milford sound wo es mittlerweile von touristen nur so wimmelte und wir machten uns relativ bald auf den weg zurueck. dort blieben wir noch etliche male fuer fotos stehen und einmal setzte sich ein grosser vogel namens kea auf unseren bus ;)
am nachmittag fuhren wir an te anau vorbei weiter nach manapouri und pearl harbour (das dort gleich ums eck liegt). von dort aus ging es auf einer ewig langen schotterstrasse zum lake hauroko, dem tiefsten see in neuseeland. es wimmelte dort zwar nur so von sandflies, ganz laestigen kleinen muckerln, aber dafuer konnte man dort direkt am seeufer campieren, in absoluter ruhe. nach dem abendessen und einem kleinen spaziergang am see hockten wir gemuetlich beim lagerfeuer und ratschten auch noch mit einem kiwi-paar das noch vorbeischaute.
am montag in der frueh wurde pesef bereits um halb 6 munter und der himmel war in den allerkitschigsten farben erleuchtet (orange, gelb, rot, blau, weiss,...) und nach einem kurzen spaziergang und ein paar fotos wurde wieder weitergeschlafen. nach dem fruehstueck war der himmel leider schon bedeckt und so fuhren wir die schotterstrasse wieder zurueck und bewegten uns langsam aber sicher richtung sueden wo wir am fruehen nachmittag auf das meer stossen sollten. zu mittag gab es deswegen auch fish'n'chips in riverton und am nachmittag kamen wir bei keith und barbara in invercargill an, die wir ueber couchsurfing.com kennengelernt hatten. am abend sahen wir dort im televisor zwei freunde von uns aus wellington die den seit 40 jahren andauernden widerstand gegen eine umfahrungsstrasse tatkraeftig unterstuetzen und sich an diesem tage an einen bagger gekettet hatten.
der dienstag war ein regnerischer welcher was uns aber auch nicht davon abhielt nach bluff zu fahren, dem zwar nicht ganz suedlichsten punkt der suedinsel, aber dem ende des legendaeren state highway 1. dort machten wir ein paar fotos, schauten in das paua shell house in dem es von den besagten muscheln nur so wimmelt und verbrachten den nachmittag mit einem stadt-rundgang in invercargill. sowohl in bluff als auch in invercargill spuert/sieht man doch einigermassen dass die wirtschaft hier im southland nicht so wirklich gut laeuft und teilweise muss man einfach unglaubwuerdig den kopf schuetteln wenn man sieht in welchen blechhuetten die leute manchmal hausen.
am mittwoch wurde am vormittag noch brot gebacken und zusammengepackt, gegen mittag starteten wir los, schauten uns noch kurz den tuatara im museum von invercargill an und fuhren dann an der kueste entlang richtung osten, in eine gegend namens catlins. einer der ersten stops war der slope point, der wirklich suedlichste punkt der suedinsel neuseelands. dort pfiff der kalte wind und es nieselte, weshalb wir uns nicht zu lange dort aufhielten. weiter oestlich gibt einen myriaden alten, versteinerten wald zu sehen und was fuer uns noch viel spektakulaerer war - auf dem wald (ja, nicht im wald) standen ein paar frierende pinguine! unweit davon sind die niagara falls von neuseeland die allerdings wohl nicht einmal einen halben meter hoch sind ;) unschluessig wo wir weihnachten verbringen werden blieben wir kurz bei einem campingplatz in papatowai stehen und zufaellig vermittelte der eher grantig wirkende campingwaschl uns an eine oma die dort fuer jemand anderen ein kleines haus vermietet. wir besahen dieses welches und sagten sofort zu.
der donnerstag war regnerisch wie nur was und so verbrachten wir die meiste zeit in unserem "pisspot", fuhren am nachmittag zu den mc leans falls, maechtigen wasserfaellen und spazierten zu einem kleinen see (lake wilkie) und runter zum strand. ausserdem besuchten wir die lost gipsy gallery, die uns sehr inspirierte. dort bastelt ein lustiger geselle kleine, mechanische spielereien, ziemlich genial und auf jeden fall einen stop wert! naja, und weil uns der mann und seine werke sympathisch waren schenkten wir ihm unsere in wellington geschenkt bekommene schreibmaschine. nach einem exzellenten abendessen (fleischloawal) gingen wir noch eine runde spazieren und liessen den abend gemuetlich ausklingen.
den 24.12. begannen wir gemuetlich, liessen es uns gut gehen, leisteten uns den ganzen tag ein feines brunch mit lachs, gutem kaese, selbst gebackenem brot und allerhand anderen guten sachen. am nachmittag ging pesef zu king's rock, einer felsformation am strand und nach dem abendessen spazierten wir zur einzigen telefonzelle um von dort aus unsere familien anzurufen. danach verbrachten wir den hl. abend in unserem netten, kleinen haus, plaudernd und bei speis und trank. weihnachtskekserl gab es zwar keine, aber man kann nicht immer alles haben.
am samstag packten wir am vormittag schoen langsam unsere sieben sachen, hinterlegten den schluessel fuer das haus im postkastl der vermieterin und fuhren weiter, zuerst zu den matai falls und dann zu den purakaunui falls, jeweils maechtigen wasserfaellen die durch die letzten regentage entsprechende wirkung zeigten. langsam verzogen sich die wolken und so warteten wir beim nugget point ganz schoen lang auf pinguine die sich dort angeblich am nachmittag gern zeigen, aber leider bekamen wir kein einziges tier zu sehen.
vom leuchtturm beim nugget point aus sahen wir aber jede menge seeloewen und robben die lustig im meer schwammen oder auch nur faul auf den felsen lagen und sogar drei delphine zeigten sich kurz. leider kraxelten vier offensichtlich aus asien stammende burschen runter zu den seeloewen und versuchten diese zu provizieren bzw. zu vertreiben. als sie dann auch noch damit begannen steine auf die armen tiere zu werfen wurde es uns zu viel und wir fuhren zurueck und blieben bei einem der ersten haeuser stehen wo wir jemandem im garten sahen und fragten ob wir nicht vielleicht das zustaendige department of conservation anrufen sollten. die frau dort sagte sie selbst sei ein DoC-officer und fuhr sofort raus, aber ob sie recht viel machen konnte wissen wir natuerlich auch nicht.
waehrend wir in kaka point unser abendessen zubereiteten sahen wir wie die neuseelaender also weihnachten am strand feiern, etliche familien spielten dort mit den weihnachtsgeschenken (fahrraeder, federball, rugby,...) und leicht ausserhalb von kaka point fanden wir auch gleich noch ein super campingplatzerl von dem aus wir noch einen kurzen strandspaziergang unternahmen. und ja, an diesem tage war es also auch dass die registrierung fuer unseren bus auslief und wir hatten drauf vergessen diese zu erneuern. das ist normalerweise kein grosses problem, man kann das in jedem postamt machen, nur eine frage von geld. aber da die kiwis eine lustige feiertagsregelung haben nach der feiertage die auf wochenenden fallen danach "nachgefeiert" werden mussten wir also bis mittwoch warten um wieder eine rego kaufen zu koennen.
am sonntag, 26.12. fuhren wir also nach balclutha und von dort weiter nach dunedin mit einem stop an einem netten kleinen see zum mittagessen in vollem sonnenschein. am fruehen nachmittag kamen wir also in dunedin an und trafen dort andrew, der uns ueber hospitalityclub.org kontaktiert hatte weil er dort sah dass wir bereits in russland waren und er dort gern hin moechte. und als wir ihm schrieben dass wir uns derzeit eh in seinem land aufhalten wuerden hat er gemeint wir sollten doch vorbei kommen. gesagt, getan. und so hockten wir also bald in seiner laessigen studenten-wg in der wir ein grosses, helles zimmer mit super ausblick zugewiesen bekamen. am abend fuhren wir auf den signal hill, einen aussichtspunkt von dem aus wir dunedin bei nacht bestaunten.
am montag starteten wir gegen mittag und fuhren mit andrew auf das otaga peninsula - es war fast wolkenlos und die sonne lachte vom himmel, ein perfekter tag. bei der albatross-kollonie sahen wir zwar keine grossen voegel, dafuer aber grosse seerobben, manche davon wieder faul am strand und andere schwimmenderweise im blauen meer. spaeter gingen wir ins aquarium, wo es unendlich viele fische, kraben und sonstige meerestiere zu sehen gab. und den rest des nachmittags verbrachten wir mit ausfluegen zu verschiedenen straenden, allesamt wunderschoen. und ca. 2 1/2 stunden vor sonnenuntergang gingen wir zur sandfly bay und setzten uns dort auf sandduenen am strand und es dauerte gar nicht lange bis ploetzlich pinguine auftauchten die aus dem meer herauswackelten und zu ihren nestern zurueckkehrten. der anblick war einfach unglaublich und es kamen immer wieder neue pinguine dazu. die meisten zeigten sich sehr lang und manche kletterten auf richtig hohe huegel hinauf was man nie erwarten wuerde. so verbrachten wir also ca. 2 stunden dort und sahen insgesamt ueber 15 pinguine! nach dem kitisch-genialen sonnenuntergang ging es querfeldein zurueck zum auto, wo wir noch ein paar stieren ausweichen mussten. da der von andrew empfohlene fish'n'chips-dealer bereits zu hatte gingen wir auf einen kebab und der dortige tuerkisch-staemmige maestro erriet an rosi's akzent sofort unsere herkunft und schrieb auch gleich die adresse seines bruders/schwagers/onkels/... in oesterreich auf.
am mittwoch schliefen wir aus, ratschten viel mit andrew, lasen buecher und emails, kochten auf und rosi machte auch noch brot. ganz schoen heftig fuhr es uns ein als wir dann ein email von michael bekamen, bei dem wir in australien ca. eine woche lang gehaust hatten. er war auf koh phi phi in thailand gewesen als dort der tsunami eingeschlagen hatte und schrieb uns aus phuket das er fast unverletzt davon gekommen war, natuerlich alles verloren hatte und die letzten tage damit verbracht hatte leute aus den truemmern zu ziehen. langsam werden wir uns jetzt der tragweite dieser sache bewusst und es faellt uns wirklich schwer das alles zu realisieren.
am abend halfen wir andrew bei der uebersiedlung von manchen sachen aus seiner alten wohnung in dieser welche hier und danach zeigte er uns ein spiel namens "coin-rugby" und dazu wurde auch das eine oder andere bier geschluerft und so wurde es spaeter und spaeter und auch sehr lustig.
gestern standen wir also gegen mittag auf, gingen mit dem hiesigen hund "bibi" gassi und am nachmittag spazierten wir in die stadt, pesef kaufte sich eine hose und wir streunten durch die von touristen so belebten innenstadt-strassen in der studentenstadt dunedin in der sich in den jetzigen sommerferien fast gar keine studenten aufhalten. den abend verratschten wir mit andrew und heute drehten wir noch eine runde durch die stadt, halfen andrew mit der uebersiedlung seiner restlichen sachen und brannten jede menge von unseren fotos auf cd-rom. der versuch diese welche in das weltweite gewebe zu transferieren gelang leider nicht, weshalb wir euch mit diesen einfachen worten einen guten rutsch und das allesbeste fuer 2oo5 wuenschen moechten und hoffentlich gibts im neuen jahr jede menge fotos. | | 1 Kommentar |
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